Nachhaltige Industrie 4.0 - Vernetztes IT-System als Erfolgsfaktor der Bernegger-Gruppe

Er hat 62 PS, ein Gesamtgewicht von 6.700 kg und steht im Empfangsbereich der Bernegger Firmenzentrale in Molln. Die Rede ist vom ersten österreichischen Radlader, einem Trauzl TW 600. In neuem Glanz und voll funktionsfähig zeugt das Gerät von einer Zeit, in der die Fahrzeugelektronik auf einen 12-Volt-Anlasser beschränkt war.

Ständige Weiterentwicklung und das Investment in richtungsweisende technische Ausstattung haben die Entwicklung der Bernegger-Gruppe von der, 1947 gegründeten, Kalkbrennerei bis zu einem Innovationsführer in den Bereichen Bau, Rohstoff und Umwelt geprägt. Heute beschäftigt Bernegger rund 700 MitarbeiterInnen an 18 Standorten und setzt über die Grenzen Österreichs hinaus Maßstäbe in der Branche.

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„Ohne IT geht heute nichts mehr“ hört man manchmal fast wehmütig quer durch alle Wirtschaftsbereiche. Bei Bernegger weiß man seit langem: „Mit einem innovativen IT-System geht viel mehr“.

IT-Integration durch den gesamten Workflow
Projekte in den Sparten Bau, Rohstoff und Umwelt werden im gesamten Workflow durch modernste IT-Technik unterstützt. Am Beginn steht dabei eine lang- und mittelfristige Ressourcenplanung für Rohstoffgewinnung, Fuhrparkauslastung sowie Personaleinsatz. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor besteht darin, das richtige Gerät anzuschaffen, auf die Anforderungen des Auftraggebers abzustimmen und punktgenau einzusetzen. Doch bevor die erste Baumaschine auf einer Baustelle in Betrieb geht, sind umfangreiche Planungsarbeiten notwendig: Die Vermessungs- und Planungsabteilung der Bernegger GmbH erstellt exakte Ausführungsunterlagen und liefert vor Ort gewonnene Vermessungsdaten, die allen betroffenen Mitarbeitern zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus werden hochpräzise Steuerungsdaten und 3D-Modelle für Baumaschinen wie Bagger und Schubraupen erstellt. Mit diesen Informationen, die in die jeweiligen Maschinen online eingespielt werden, ist eine hochgradige Automatisierung des jeweiligen Baugeräts möglich. Moderne „3D“-Bagger und -Raupen verfügen neben einer Vielzahl von Touchscreens, zum Darstellen dieser dreidimensionalen Plangrundlagen, über integrierte GNSS-Antennen (Empfänger für globale Navigationssatellitensysteme) und in die Hydraulikzylinder integrierte Wegmesssysteme. Dadurch ist es möglich sämtliche Bewegungen praktisch ohne Verzögerung zu erfassen und die Position der Löffel- bzw. Schildkante ständig präzise zu bestimmen. Die Steuereinheit greift aktiv in die Bewegungen des Geräts ein und verhindert ein Eindringen in das fertige Gelände, damit die Oberfläche schlussendlich exakt den vorgegebenen Plänen entspricht. So können etwa Geländeverläufe wie Böschungen und Wälle effizient und automatisiert modelliert werden. Die Tatsache, dass auf der laufenden Baustelle kein Vermessungspersonal konventionelle Orientierungspunkte setzen muss, die durch Baustellen- und Umwelteinflüsse ohnehin oft verloren gehen oder verschoben werden, trägt neben einer Produktivitätssteigerung von bis zu 30 % ganz wesentlich zur Sicherheit auf der Baustelle bei. Der Fahrer kann sich so voll und ganz auf einen effizienten Maschineneinsatz konzentrieren, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass etwa zu tief gegraben oder die Zieloberfläche über- oder unterschritten wird. So kann etwa beim Einsatz dieser Geräte die Produktivität in jeder einzelnen Phase des Prozesses deutlich gesteigert werden: Egal ob tausende von Kubikmetern an Material bewegt oder präzise die letzten 2 Zentimeter einer Oberfläche fertiggestellt werden. Die Verbindung einer intelligenten Maschinensteuerung und menschlichem Know-How führt zu einem Mehr an Qualität, Bedienungskomfort, Produktivität und vor allem Arbeitssicherheit.

Im Transportbereich sind mobile Unterstützungs- und Steuerungssysteme bereits längst etabliert. Bernegger setzt hier auf eine integrative Lösung, die von der Erfassung des ersten Kunden-Angebots bis zur Fakturierung und Archivierung reicht und systemübergreifend arbeitet. Langjährige Entwicklungsarbeit gemeinsam mit externen Partnern führen zu einem System, dass sich stetig weiterentwickelt und eine herausragende Stellung im Marktumfeld hat. Wesentlicher Faktor ist die Informationsverarbeitung in Echtzeit. Dabei fließen sehr viele Daten unterschiedlicher Natur ein, die zur Ermittlung einer optimalen Transportlösung dienen. Aktuelle Verkehrsnachrichten, Material-Lagerstände an unterschiedlichen Standorten und Positionsdaten von über 800 unterschiedlichen Bernegger-Geräten werden ebenso wie die aktuelle Auslastung von Produktionsanlagen oder die verbleibende Fahr- und Einsatzzeit der Fahrer mit einbezogen. Bestellungen, die über unterschiedliche Kanäle – unter anderem ein Web-Portal – Bernegger erreichen, werden umgehend erfasst und dienen zu aller erst der Ressourcenplanung. Die betroffenen Rohstoff- und Produktionsanlagen erhalten die Bedarfszahlen in Echtzeit und können direkt reagieren. Beispielsweise im Bereich Transportbeton werden die notwendigen Qualitäten, Körnungen und Mengen der möglichen Zuschlagsstoffe (Sand, Kies, Zement, usw.) automatisch berechnet und mit den Lagerständen und Anlagenkapazitäten abgeglichen. Aktuelle Transportaufträge werden in weiterer Folge – teils völlig automatisiert – an die LKW-Flotte verteilt. Wesentliche Aufgabe der Dispositionsabteilung ist daher die Optimierung und Kontrolle dieser Auftragsvergabe. Im Fahrzeug werden die Daten zur Navigation, zur zeitlichen Planung inkl. gesetzlichen Pause- und Ruhezeiten und zur Beladung an unterschiedlichen, mannlosen Verladestationen herangezogen. Die im Fahrzeug verbaute Telematik erlaubt eine Kommunikation zwischen Fahrer, Disposition und Kunden. Nach der erfolgreichen Auslieferung beim Kunden gehen die Prozesse im Hintergrund weiter: Aufgrund der aktuellen Positionsdaten der Fahrzeuge kann die nächste, optimale Ladestelle ermittelt werden. Die automatisch erstellten Lieferscheine werden zur Fakturierung freigegeben und ergänzt um Anmerkungen, die jeder Prozessbeteiligte anführen kann. Die Produktionsabläufe in den Anlagen werden automatisch dokumentiert und zur Qualitätssicherung und -steigerung herangezogen. Im Bereich Umwelttechnik erfolgt zudem eine exakte, elektronische Dokumentation ein- und ausgehender Materialien, auch in Form von Fotos, die neben den gesetzlichen Anforderungen auch für interne Optimierungen dient.

Besondere Herausforderung für IT-Techniker
Die Vielzahl der IT-Benutzer in der Unternehmensgruppe und die Bandbreite der Anwendungen stellt für die IT-Techniker bei Bernegger eine spannende und herausfordernde Aufgabe dar. Das Arbeitsfeld reicht von Kommunikations- und Netzwerktechnik, mobilen IT-Systemen, Anlagensteuerungen, Planungs- und Reporting-Tools bis hin zu Eigenentwicklung innovativer Lösungen. Wir legen dabei großen Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten, unseren internen Abteilungen, sowie auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Bei alldem setzen wir auf qualifizierte und motivierte MitarbeiterInnen, die gemeinsam Herausforderungen in einem spannenden und dynamischen Wirtschaftsumfeld meistern. Wir bieten dabei laufend attraktive Karrierechancen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten im „Team Bernegger“.

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